Position 22:19.39S 156:42.94E 17:30 Uhr LT, noch 451nm
bis Mackay und der Wind und sollte schon lange auf N – NNE drehen....ist ja gut
so so haben wir ihn nicht auf der Nase!
Ich weiss zwar nicht ( noch nicht), was Peter in den
Stationsmeldungen über mich geschrieben hat, aber ich bin wieder o.k. Wie isses
nu bloss möglich…! Zulange in Nouméa gewesen! Der erste Tag verlief ganz
friedlich mit Pahia Boms, aber nachts um 4 von der Waagerechten in die
Senkrechten, in die Klamotten steigen bei der Schaukelei…das alles war denn doch
zu viel für meinen Magen. Vielleicht vernachlässigen wir Rasmus zu sehr, wenn
wir denn gar nichts trinken. Jedenfalls den Tag habe ich dann leidend in meiner
Koje verbracht. Die Nacht im Salon gelegen, quer, da liegt man ruhiger. Und
jetzt: es schaukelt nach wie vor und macht mir nix mehr aus.
Wir lesen alle drei. Ich habe vom book-swap „Allein gegen
den Wind „ von W. Erdmann von einer schweizer Yacht, dicker Stempel drin. Ist
schon ein bisschen älter aber doch noch spannend. Der Mann war 60 Jahre alt und
manchmal fragt man sich, ob er nicht durchdreht. Trotzdem eine ziemlich
beachtliche Leistung, zumal er sich in der Zeit und somit im Proviant verrechnet
hat. Hat teilweise Hunger und Durst gelitten. 343 Tage
unterwegs.
Nix für uns. Die Männer schwelgen in Menuevorstellungen:
Gulasch mit ganz viel Zwiebeln, alles anbraten, dazu Kartoffelstock
(püree)….Gisela brät an. Es ist heiss, alle Fenster geschlossen. Draussen Regen
und das Fatale, der Regen kommt von hinten also auch Schiebeluk zu und Scheibe
hoch. Beim Kochen habe ich schon mal das kleine Küchenfenster offen, (entgegen
den Anordnungen!) sonst gehe ich ein und Schwups,ein Schwall Seewasser findet
den Weg. Schnell wegwischen bevor der skipper ein „siehste“ los
lässt.
Draussen alles grau in grau, gelegentliche heftige
Schauer glätten die Wellenkämme. Weit und breit nichts und niemand, kein Boot
und keine Seele. Aber morgen soll die Sonne scheinen…Frag mich sowieso, wo wir
hier gelandet sind.
Diskutieren immer mal wieder unsere Obst- und Gemüselage.
Was haben wir noch, was müssen wir in Australien wegschmeissen? Wir sind
angemeldet und die endlos langen auszufüllenden Papiere haben wir schon längst
herunter geladen. Wird spannend.
P.S. Die Öse des Grosschotwagen ist
defekt und der Wagen wurde mit Dyneema Seil gesichert, damit uns der Baum nicht
ausbrechen und um die Ohren fliegen kann. Das „Hüsli“ arbeitet zur
Zufriedenheit. Peters diesbezügliche ausführlichen Beschreibungen hätten ja
einer Zeichnung bedurft…Aber wohl nur für uns gaanz wichtig! J Also alles
o.k.