28.08.2011 Position: 16:30.04S 151:45.38W Bora
Bora, Bucht vor Vaitape
Der Weg nach Tahaa in die Ankerbucht Tepuamu an
der Westseite ist 10nm weit. Mit gelegentlichen kurzen Schauern und kräftigen
Windböen segeln wir mit Genua herüber und gehen mittags auf 22m Tiefe vor Anker.
Um uns herum im Funkverkehr grosse Aufregung: morgen sollen 5 bis 8 m hohe
Wellen sein. Wir liegen innerhalb des Riffs, das wird schon nicht so schlimm
werden. Wir wollen auf Tour. Diesmal mit Guide.
Als wir am Morgen bei unsern Nachbarn
vorübertuckern, fragen die, ob wir die gusts heute Nacht bemerkt hätten. Nein.
Tief und fest geschlafen.
Unsere beiden Guides, Teva und Leo kommen mit
einem 4wd, wir sind die einzigen Gäste, you are the vip today, meinen sie. Wir
klettern auf die Sitzbänke auf der Ladefläche und los geht`s. Erster Stopp ist
an einem Busch, herzförmige Blätter, gelbe Blüten, die wenn sie herunter fallen
rot werden: Rosenholz. Möbel, Musikinstrumente uam. werden daraus gemacht. Leo
ritzt eine Frucht an, milchig gelber Saft rinnt heraus. Gut gegen Mückenstiche,
aber auch als Nagellack zu gebrauchen. Teva schneidet derweil einen Stab von
wildem Hibiskus. Die gelben Blüten haben einen roten Stempel, der wird zum
Färben von „Baströcken“ benutzt. Und eins zwei drei, er schneidet hier und
schneidet dort und fertig ist eine Querflöte, die richtig hübsche Töne von sich
gibt. Wie der Bast gewonnen wird, demonstriert er uns auch noch, es sind die
inneren Fasern. Dritter Baum ist eine Palme. Von den schmalen Blättern die
Innenrippen ergeben einen Besen und ein Blatt wird aufgerollt, es entsteht mit
wenigen Griffen eine Schiedsrichterpfeife. Und dann wird noch ganz schnell eine
Windmühle gebastelt. Wir haben Spass, das allein hat sich schon gelohnt. Auf
unsere Frage, können das die Kinder auch. Nein. Es folgt eine typische
Gameboy-Handbewegung.
Im Norden von Tahaa liegt Patio, das
Verwaltungszentrum. Es ist Sonnabend und in einem grossen Zelt mit Aussengelände
ist eine Ausstellung: Agriculture. Es gibt Blumen und Pflanzen, verschiedene
Tiere, Obst und Gemüse, Vanille, Deko-Sachen aus Kokosschalen und Schmuck aus
Muscheln, Perlmutt oder Knochen. Die
Blumen sehen prachtvoll aus.
Alle Frauen tragen Blumenketten um den Hals oder
Blumenkränze auf dem Kopf. Wunderhübsch. Und alle ganz ganz freundlich. Und
sichtlich stolz, wenn wir sie fotografieren. Wir fragen natürlich. Haben aber
auch schon anderes erlebt: Foto nur gegen money (nie in der Südsee). Wir lassen
uns Zeit, alles genau anzuschauen.
(Im Supermarkt ersteht Peter noch „levure“ wie die
Bäcker es benutzen, 500gr. Wir haben ein kleines Problem. Die levure, die wir
gekauft haben, erwies sich als Backpulver, nicht Hefe. Jetzt haben wir eine
Grosspackung. Das wird wohl bis NZ reichen.)
Auf einer unbefestigten Strasse geht es in die
Berge. Dorthin hätten wir wirklich nicht mit einem PKW gekonnt. Wir werden recht
durchgeschüttelt und manchmal hat selbst unser 4wd im Matsch vom gestrigen Regen
Schwierigkeiten. Bei einem Aussichtspunkt haben wir einen grandiosen Ausblick
auf drei Buchten gleichzeitig und das tosende Riff dahinter.
Teva und Leo zaubern wieder. Unterwegs haben sie
kleine Bananen gepflückt und irgendwoher eine Pampelmuse. Sie haben eine
Kokosnuss aufgelesen. Die wird jetzt geöffnet, wir bekommen das Wasser zu
trinken. An einem Brett ist vorne eine runde Raspel befestigt. Damit bearbeitet
Leo die eine Hälfte der Kokosnuss. Auf einer Palmenschale und Servierteller aus
Blättern des Rosenbaumes wird uns Pampelmuse, Banane und Kokosnuss mit
Kokosraspel serviert. Um uns herum viele Hühner und Hähne. Die kennen das
Prozedere und picken die Reste aus der Kokosschale. Es werden auch noch Rezepte
verraten.
Der Weg hinunter ist fast noch schwieriger, aber
irgendwann ist auch das geschafft. Wir halten an der Vanille-Farm, die Teva
gehört. Es ist eine Art Gewächshaus aus Draht und Sonnenschutz, in dem die
mannshohen Vanillestauden wachsen, gedüngt mit geshreddertem Koskosbast. Der
Boden ist ausgelegt mit Plastik, so dass kein Unkraut wächst. Vanille ist eine
Orchideen-Art und sei hier besser als die von Madagaskar oder der Karibik. Das
Problem hier ist, dass es nicht die Insekten zur Bestäubung gibt. Jede Blüte
muss von Hand bestäubt werden. Das wird mit einem kleinen Ast oder Holzstift
gemacht. Die Blüte ergibt dann eine Vanilleschote, sieht aus wie grüne Bohnen.
Wenn sie anfängt braun zu werden, wird sie geerntet und drei Wochen lang an der
Sonne getrocknet. Das bekommen wir dann noch beim Teva zuhause demonstriert. Die
Schoten werden auch „massiert“, damit sich die Körner gleichmässig in der Schote
verteilen. Sie werden dann nach Gewicht verkauft. Ernte ist immer, aber jeden
Tag muss jemand durch die Anlage gehen und die neu aufgegangenen Blüten
bestäuben, sonst gibt es keine Schoten.Sie sind wirklich grösser und dicker als
wir sie kennen. Wir werden von Teva’s Ehefrau mit Limonade begrüsst. Sie erklärt
uns das Massieren. Natürlich ist ein Verkaufsstand aufgebaut. Auch hier Tipps.
Die Ehefrau hat auch einen Bruder mit Perlfarm hier und in den Gambiers. (!)
Auch sie erklärt, dort sei das Wasser kälter und damit besser für die
Austern.
Zum Abschied werden wir reich beschenkt. Eine Tüte
Bananen, extra Vanille und ich bekomme noch eine Austernschale. Habe ich wieder
etwas zu polieren.
Unsere letzte Station ist dann ein Hotel, die es
sich zur Aufgabe gemacht haben, Wasserschildkröten zu retten. In
Fischernetzten gefangene
Schildkröten kaufen sie den Fischern ab und ziehen sie gross bis sie in die
Freiheit entlassen werden können.
Gegen 14 Uhr sind wir wieder beim Dingi. Ein
gelungener vielseitiger Ausflug.
Am Nachmittag macht Peter Ölwechsel beim
Generator, G. poliert die Austernschale.
Heute nach dem Frühstück brechen wir auf nach
BoraBora, es sind 27nm und wunderbares Segeln. Badehosen-Wetter. Wir versegeln
doch glatt einen Katamaran! Herz, was willst du mehr! Und wir kommen an und
AMBIKA geht. Sie überlassen uns freundlicherweise ihre Ankerboie. Wir werden uns
dann morgen vor dem Yacht Club treffen.




Man
beachte den Schmuck bei der Dame rechts








Auf
dem Weg nach Bora Bora und ind Bora Bora