03.08.„So hab
ich mir die Südsee vorgestellt“ Position: 15:08.14S 148:00:47W 10:30
LT
Der Abholservice
klappt prima, direkt vom Boot zu dem kleinen Hafen am anderen Pass, zu dem
Dörfchen mit zwei Kirchen, der Post, der Gendarmerie, der Schule und dem
Collège. Wir müssen ein paar Minuten warten, dann kommen zwei pickups, deren
Ladefläche mit Sitzbänken versehen sind, und unsere Mitreisenden steigen aus:
Italiener, Franzosen und wir, zusammen sind wir 15 Leute und 2 Crew, als Captn
und Alleinunterhalter. Umsteigen in ein Bötchen mit Längssitzbänken und dann
geht es eine Stunde mit 250 PS zur Blauen Lagune.
Eine Lagune in
der Lagune. Und weil sie flach und sandig ist, schimmert sie in verschiedenen
Blau- und Grüntönen. Im Moment ist der Himmel noch bedeckt und sieht eher nach
Regen aus, aber dies hat hier Methode. Die Bewölkung löst sich in den
Morgenstunden meistens auf und die Sonne scheint. So auch heute. Wir fahren in
flaches Gewässer, dort hängt ein Surfbrett an der Leine. Einer der beiden Leute
steigt aus und holt das Brett. Was will er denn damit? Genial. Es werden zwei
Tiefkühlboxen darauf gestellt und dann zieht er sie hinterher wie auf einem
Schlitten zum nahegelegenen Motu. Wir waten durchs kniehohe Wasser dahin. Dort
gibt es diverse Unterstände, wo wir unser Gepäck lassen und die beiden Männer
bereiten ein Barbecue vor. Jeder tut, was er möchte. Wir waten weiter über
Korallen zum nächsten Motu. Dort gibt es auch Ansätze von sable rosé und viele
sehr hübsche nicht scheue Vögel. Irgendwann wird eine grosse Muschel geblasen,
das Zeichen, dass das Barbecue fertig ist. Zunächst Kokosnuss und Chips, Wasser,
Orangenjuice, später poisson crue, Reis mit Möhren und Mais, Fisch, und Huhn
gegrillt.
Der Abfall wird
ins Wasser geworfen, wo schon kleine black-tip-sharks darauf warten. Ca 30 Stück
ziehen immer ihre Runde, sie sind etwa 80 bis 100 cm gross. Besonders frech sind
verschiedene Vögel. Unsere beiden Polynesier spielen Guitarre und eine Art Bagno
zu unserem Lunch und singen tahitianische Lieder. Nächster Programmpunkt ist das
Flechten einer länglichen Servierschale aus Palmenblättern. Lustig. Ein
produziert dann noch ein Handtäschchen. Mrs Thatcher hätte ihre Freude daran
gehabt. Schwimmen, Relaxen, Schnorcheln, Sonnenbaden bis zum Aufbruch geblasen
wird.
An Bord zurück
fahren wir ein kleines Stückchen weiter, da kreisen Haie ab 1m bis 1,2m. Und
jetzt kommt das Highlight: schwimmen mit ihnen. Ich will eigentlich gar nicht!
Und es bleiben auch 4-5 Leute an Bord. Schliesslich überwinde ich mich dann
doch, denke an Victor, unsern Tauchmeister auf den Galapagos „do remember, they
prefer fish“ und hüpfe ins Wasser. Ist schon spannend! Als alle aus dem Wasser
sind, hält der eine junge Mann eine riesengrosse Fischgräte ins Wasser und schon
kommen sie an. Ein wildes Getose und Gebalge und Sprudeln beginnt. Eigentlich
wider die Natur, Wildtiere zu füttern, ist es doch ein Schauspiel, wie die Haie
sich festbeissen. Nach mehreren Minuten erscheint dann als Schatten ein sehr
viel grösserer Hai, dem wohl keiner von uns gerne begegnet wäre. Wir fahren
wieder nach Hause. Als wir in der Passage ankommen, kommt spontan das Kommando,
wer schnorcheln will, soll hier aussteigen. Ich will nicht mehr ( habe auch ein
bisschen Schiss vor der Strömung. Peter hat in Ahé den Passgang allein gemacht.
Ich hatte die Ausrede, mir ging es nicht so gut.) Als Letzte entschliesse ich
mich dann doch. (Auch hier wagen sich nicht alle.) und hüpfe ins Wasser.
Manchmal muss man ja zu seinem Glück gezwungen werden!
Die Strömung
erfasst mich und wir alle gleiten durch den Pass, unter uns Korallen und diverse
Fische. Einmal bin ich mitten in einem blauen Schwarm. Etwas unangenehm ist es,
wenn oben kabbelige See ist. Nicht den Kopf raus stecken, schön unter Wasser
bleiben. Es ist schon ein grandioses Erlebnis, auch wenn ich den Mantarochen
nicht gesehen habe. Vorher gab es mehrere am Boot. Ich bin stolz auf mich! J
An Land werden
wir auch auf den pickup verfrachtet und nach Tiputa gefahren. Von dort bringt
uns ein Taxi wieder zu TeApiti. Ein wunderbarer erlebnisreicher Tag.
Heute Morgen
5.40 geht der Wecker, 6.10 Anker auf, Frühstück unterwegs, um 7 Uhr fahren wir
durch die Passage. Es hat noch etwas Gegenstrom, ist aber lange nicht so
adrenalin-ausschüttend. Die Sonne geht auf und Segeln vom Feinsten entlang des
Rangiroa-Atolls. Zur Zeit sind wir ausserhalb der Blauen Lagune und riechen ein
Feuer. Das nächste Barbecue steht offensichtlich an. „So habe ich mir…s.o.
Stundenschnitt von 9 kn!
Wir sind auf dem
Weg nach Papeete ( die es auch einzeln gesprochen), dort 4 nm südlich geht es in eine Marina. (!)
Wir haben schon wieder Probleme mit dem Generator. Er springt nicht an und jeder
meint etwas anderes. Papeete liegt an, es ist jetzt 10
Uhr.