Position:
08:55.13S 140:06.10W Total 3180 nm in 19 Tagen Galapagos Isabela, Villamil
- Fatu Hiva - Nuku Hiva, 215 als bestes Tagesetmal und 143 als
kleinstes oder 167,36 nm im Durchschnitt pro Tag.
Am Anker!!! Wir
segeln Richtung Hauptinsel Nuku Hiva. Und wieder weht es kräftig- bis zu 32 kn
Wind. Wir nur mit gerefftem Gross, aber immer noch zu schnell. Wir surfen
manchmal auf einer Welle, dass die Baumnock (das Ende des Grossbaums) fast ins
Wasser dippt. Wie Karussell fahren. In der Nacht wird es mal kurz flau, ich will
die Genua setzen, weil sich die Ankunftszeit auf Nachmittags verschoben hat,
aber das war wohl nix. Die Windpause ist rasch vorbei. Gegen 7 Uhr kommt wieder
schwarzes Gebirge auf uns zu. Da müssen wir irgendwo hinein, es soll eine
langgestreckte breite Bucht sein. Und tatsächlich. Wir setzen die Fock, um
hinein kreuzen zu können. Umgeben von hohen Bergen, pfeift es auch hier aus
allen Richtungen. Fock und Baum scheppern entsetzlich. Peter tastet sich langsam
vorwärts. Ungefähr 12-14 Boote liegen dort vor Anker, alle in verschiedene
Richtungen, d. h. es gibt unterschiedliche Strömungen. Wir müssen einerseits
dichter ans Ufer, aber auch nicht ins Gewühl, denn wir sind ja
reaktionsbehindert. Auf 17 Meter kommt das Kommando „Fock ein“ , „Anker
raus“ und „Gross bergen“. 7.45
lokale Zeit! Der Anker hält!!! Aufatmen.
Frühstück. Dingi
klar machen. Peter muss Einklarieren. Bevor er noch den Outbord im Beiboot hat,
ist er schon nass. Hat auch mit dem Mechaniker in Papeete telefoniert, ja hier
gäbe es auch einen. Na hoffentlich kann der uns helfen. Ansonsten ist Schiff
aufklaren und putzen angesagt. ES SIEHT AUS! Es rostet an Stellen, an denen
bislang noch nie Rost war. Wir finden Bolzen an Deck und müssen schauen, wo
kommen die denn her. Salz überall und Schuppen von den fliegenden Fischen.
Selbst der versprochene Regen ist nachts nicht gekommen. Wir sind ganz grün. Das
war noch nie. Die Wasserlinie- die voller Diesel von den Galapagos war- hat
grüne langfädige Algen angezogen. Wir haben einen Bart. Und irgendwelche langen
Tierchen unter dem Achterschiff. Peter kommt gerade zurück und wir beheben das.
2 Stunden dauert das Putzen vom Dingi aus. Ich halte das Dingi, er schrubbt,
wobei es nicht ganz einfach ist, wenn Fallböen und Schwell Dingi und TeApiti
unterschiedlich ins Schwingen bringen. Ansonsten hat er viel zu erzählen.
Gearbeitet wird ab Montag wieder. Und er muss als Nicht-EU-Bürger eine hohe
Kaution hinterlegen, ich bin preiswerter! (!) Ansonsten gibt es den ganzen Juli
noch Festivitäten. Wenn wir denn Lust zu Danz op de deel hätten…In der grossen
Festhalle. Haben wir nicht, wir sind einfach hundemüde. Peter hat auch noch
Gerry von „West to North“ getroffen, das ist das Ehepaar, die schon 17 Jahre
unterwegs sind und eigentlich nach Hause wollten. „We made a detour“ Sie sind
nachts um 2 auch gerade erst gekommen. Gerry kommt dann nochmals zu uns an Bord,
um nach dem Motor zu sehen. Er begreift es aber auch nicht, dass es nicht geht.
Wir haben das erste Bier nach 18 Tagen und sind etwas knülle.
Die Bucht hier
ist wunderschön. Rundherum Berge, ca 600m hoch, bizarre Grate und Schluchten,
alles sehr sehr grün. Wenig los, sehr beschaulich. Sieht eher wie Karibik aus
denn Südsee.