Position N09:25.31 W78:29.12
Wir treffen am Dienstag in dunkler Nacht (21.30
Uhr) in Obaldia, unserem ersten panamesischen Hafen ein. Wir wollen hier
einklarieren, dann können wir uns ungehindert im Land bewegen. Hafen ist
übertrieben! Wir müssen ankern. Es brennen 2 Lichter, später werden drei weitere
für uns angeknipst. Sehen kann man trotzdem nichts. Beim ersten Versuch sind wir
fast in der Brandung und es wird bei auflandigem Wind etwas sehr sehr flach. Am
Land steht ein Mann mit einem Licht. Was will er uns sagen? Wohl weiter rechts
verholen auf 17 m Tiefe, da ist das Wasser etwas ruhiger. Gegen viertel vor 11
Uhr fällt der Anker, aber es schaukelt unglaublich. Der Anker hält, da sind wir
sicher, aber da wir auf St. Barth ja einen Kettenbruch gehabt haben, gehen wir
Ankerwache. Ich fange mit den ersten zwei Stunden an. Das Dörfchen hat 30-40
Häuser oder Schuppen, genau ist das nicht auszumachen, 1 Satellitenschüssel und
ein Funkturm und geht zur Ruhe. Am nächsten Morgen will Peter einklarieren. Das
Dingi bei dem Schwell zu Wasser zu lassen bereitet etwas Schwierigkeiten: wir
werden alle patschenass! Er ist dann 2 Stunden fort, kommt aber mit allen
wichtigen Papieren und Stempeln zurück, müssen das dann nicht mehr in Colon
machen. Und dürften 1 Jahr in Panama herumsegeln. Na bitte!
Wir gehen Anker auf und fahren im Zickzackkurs zur
Isola de Pinos und ankern, ganz allein in der Nähe eines Kuna Dorfes. Die
Indianer, die auf diesen Inseln wohnen nennen sich selber Kuna und ihre Inseln
Kuna Yala (St. Blas ist der ungeliebte spanische Name) Sie haben einen
Sonderstatus, sind sehr kleinwüchsig und haben strenge Regeln. Aussenheirat ist
nicht erlaubt. Durch diese Inzucht gibt es eine Menge Albinos unter den
Bewohnern. Wir machen uns gerade auf den Weg das Dorf zu besuchen, da kommt uns
im Kanu „David“ entgegen. Er sei Touristenführer und wir dürfen jetzt leider
dieses Dorf nicht betreten. Überall sind Stöcke mit roten Fahnen aufgestellt,
über deren Sinn wir schon sinniert haben. Es werde die Friedenspfeife geraucht,
eine Woche betreten verboten. Schade. Die Gegend ist unglaublich schön und wir
sind das einzige Schiff. Da wir leider keine Friedenspfeife mitrauchen dürfen,
brechen wir dann auf zu der Insel „Isola de Pinos“. 15.30 Uhr fällt der Anker.
Der Urlaub beginnt….Wir baden. 29 Grad sind nicht wirklich erfrischend. Diverse
Telefonate werden geführt um unsere Kanalfahrt und die Reparaturlogistik (Vang
muss nach Wisconsin, USA geschickt werden ,neues Segel soll ankommen und eine
neue Kette ist in Empfang zu nehmen) zu organisieren bzw. zu
bestätigen.
Und dann holt Florian endlich die Gitarre und
Mundharmonika hervor. Wir lauschen erfreut bis es Zeit zum sundowner ist.
Nächsten Morgen geht es weiter zur Baia Golondria, benannt nach einem Vogel.
Eine Familie im Kanu- Vater steuert, Mutter paddelt und vorne sitzen noch zwei
Kinder und zwei Hündchen, geben uns eine Kalebasse voll Papayas. 3 Dollar. Die
Ankerbucht ist nur über eine schmale Einfahrt zu erreichen und rundherum umgeben
von Mangroven. Wir sind ganz allein. Mit Dingi Nina geht es dann zum
nahegelegenen Dorf Alligandi. Die Leute sind freundlich nett „hola,hola“ Ein
guide macht einen Rundgang mit uns, wir müssen natürlich etwas zahlen. Es ist
schon ein Sprung um Jahrhunderte zurück. Die Kuna leben in Bambushütten, gedeckt
mit dicken Blattlagen. Ihre Kanus sind Einbäume, manche mit Lateinersegel,
trotzdem wird zusätzlich gepaddelt. Das Freibord ist nicht sehr hoch- wir würden
uns nicht so weit damit heraus wagen- sie schöpfen auch immer wieder. Das Dorf
ist insofern etwas enttäuschend als ziemlich müllig und zwischendrin einige
Häuschen aus Beton oder angefangen und schon zerfallen. Die Kirche hätten die
Amerikaner gebaut. Diese Zementbauten passen nicht hierher. Überall hängt Wäsche
auf der Leine, viele Kinder kommen neugierig näher. Toiletten sind eigene kleine
Hütten über dem Wasser. In dem Dorf sollen 3000 Leute leben, wir sehen auch ein
Albino-Mädchen. Und dann führt uns der Guide noch zu einem Laden, wo „Molas“ zu
kaufen sind. Die Kuna sind berühmt für ihre Stoffarbeiten, dabei werden mehrere
Stoffe übereinandergelegt, ausgeschnitten, umsäumt so dass wunderbare Muster
entstehen. Diese Rechtecke „bauen“ sie in ihre Blusen ein, ein Rechteck vorne,
eines hinten. Sie sind wunderschön. Die Frauen legen sich auch rote Tücher auf
den Kopf und tragen Goldschmuck in der Nase bzw. im Ohr. An Armen und Beinen
tragen sie Perlenschnüre , fein aufgereiht mit diversen Mustern. Die Kleidung
sei „obligatorio“. Hübsch anzuschauen. Natürlich erstehen wir 2
Molas.
Karfreitag geht es im ZickZack, hin und her und
her und hin zu den Cayas Diabolo. Zur Erklärung: die Gewässer um die Inseln sind
zum Teil „not surveyed“, d.h. nicht genau vermessen. Man muss höllisch
aufpassen. Überall tun sich flache hellgrüne Stellen und Riffe
auf. Die Gischt spritzt. Wir haben einen
Törnführer und zwischen elektronischer Karte und Törnbuch finden wir den
richtigen Weg.. Ich stehe am Bug und halte Ausschau „eyeball navigation“.
Unterwegs kaufen wir einen Fisch „red snapper“ von einem Kanu (3
Dollar).
Gegen 13.30 fällt der Anker vor der Doppelinsel
Niadup/Sindup. Wir besichtigen beide Inseln. Das Dorf ist deutlich netter bzw.
ursprünglicher, die zweite Insel mit einer Brücke verbunden, auf ihr wachsen nur
Kokosnüsse und Bananen. Ist das der Gemüsegarten? Natürlich erstehen wir wieder
eine Mola. Diesmal mit Bluse dran. Wir schauen in Häuser hinein. Die Wäsche
hängt auf Bügeln unter der Decke, es gibt Doppelbetten für die Eltern,
Hängematten für die Kinder. Kokosschalen werden zum Kochen benutzt. An Bord
zurück wird der Fisch seziert. Peter fällt die Treppe herunter mit Fisch, zwei
Messern und sein eines Brillenglas fällt heraus. Er wird verarztet, die Brille
repariert und wir lassen die Seele baumeln.(sprich letztes Bier). Die Dorfjugend
segelt mit Einbaum hinüber zum „Flugplatz“ und spielt football. Nachtmahl ist
Fisch, ist doch Karfreitag angemessen, oder?Da wir leider keine Friedenspfeife mitrauchen
dürfen, gehen wir weiter in die Baia Golondria, benannt nach
einemVogel.














