Webdiary

Lapita-Voyage
Klaus Hympendahl
Wed 28 Jan 2009 01:16
Position: 07° 15' S, 156° 49' E

Regenböen und andere Gefahren

Erst einmal in eigener Sache: Ich bitte umVerständnis für meine Schreibfehler. Eine weitere Brille ist kaputt. Das Schiff schaukelt ständig und schnell liegt man mit den Fingern daneben. Meine Naviagationsecke hat etwa die Dimensionvon 50 x 60 x 70 cm. Die Hitze ist hier unten groß und ich kann behaupten, im Schweriße meines Angesichts zu arbeiten.

Die Strecke entlang der Nordküste von Neu Guinea, immerhin die 2. größte
Insel der Welt, haben wir hinter uns. Ich muss sgen, dass wir viel viel
Glück gehabt haben, nicht in einen der Tausende von kleineren bis riesigen
Baumstämme gesegelt zu sein. Tags über konnte man denen ausweichen, aber nachts
war es wie Lotterie.
Sicherlich haben wir kleinere Stämme erwischt. Man hört es. Der Rumpf ist stark
genug und gleitet drüber weg, aber die Ruder sind der noralgisachw Punkt.
Selbst in den Gewässern der Solomon Inseln gibt es treibende Umgetüme, aber
längst nicht so viele.
Dafür haben wir mehr und mehr mit starken Regenböen zu tun - wie vor den
Philippinen. Letzte Nacht kamen mehrere solcher Walzen auf uns zu. Wir waren
gewarnt, hatten trotz Windstärke 3-4 das mittlere Segel drauf, und das auch
noch nicht durchgesetzt, sondern schräg geheißt (die obere Öffnung des Krebsscheren-
Segels zeigte mehr nach achtern und der Fuß mehr nach vorne).
Bei meiner 2-4 Uhr Wache kam solch ein schwarzes Monster so schnell, dass
ich nicht mehr in den Wind gehen konnte. Ich stellte die Stirnlampe aus und
sah noch gerade, dass dahinter wieder Sterne kamen, die Bö bald vorbei sein
würde. Also mit 12 Knoten Fahrt durch die Nacht. Es regnete, nein es goß
dabei. Hinzu kam, dass wir 2 sm vor einer engen Passage zwischen 2 Inseln
waren, ich an Backbord ein Licht von einem Boot sah und sich ausgerechnet
jetzt die Tampenverbindung von einem der beiden Ruder zu der sie
verbindenden Ruderstange (Bambus) gelöst hatte. Also, habe ich Matt und
Hannes geweckt und wir haben dann die Bö durchgestanden. Matt schaute bei
jederm Wetterleuchten nach Bb. und ich nach Stb., um zu sehen wie weit wir
frei waren von den Inseln. Hannes war am Ruder. Auf den GPS kann man sich
zwar verlassen, aber eine Strömung oder ein kleiner Tippfehler haben schon
manchen Skippers Yacht auf die Rockies geschuickt.
Da ich gerade von starker M;aschine schreibe. Wir machen ja alle Mannöver
ohne Maschine - die Schlepps ausgenommen. Wir haben zwar gutes Kartenwerk,
aber längst nicht die Detaiklkarten wie man sie bei uns in Europa gewöhnt
sind. Da ist ja doch fast jeder Seestern eingezeiuchnet. Wir müssen unsere
Ankerplätze nach "eyeball navigation" durchführen. Wind, Riffs,
Bodenbeschaffenheit (Sand oder Koralle), Strömung, Wassertiefe (Bleilot
vorhanden); Nähe zum Land, alles muss beachtet werden. Bis jetzt haben wir
beim Ankern und beim Ablegen unter Segeln unsere Hausaufgaben gemacht. Und
was wichtig ist, wir haben keinen Anker und keine Trosse verloren.
Heute haben wir ein zusätzliches Problem. Ausgerechnet die Seekarte fehlt von unserem Zielhafen.
Ich habe zwar im Handbuich eine Detailkarte, aber nicht den Anschluss bis dahin. Schaffen wir es noch bei Tageslicht oder nicht? Das ist ein anderes Handicap mit dem wir immer rechnen müssen: Ankerplätze nach langen Schlägen bei Tageslicht rechtzeitig zu erreichen.

K. Hy.




Lapita Voyage
www.lapita-voyage.com
Satphone +88 163 166 9106