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Date: 14 Jan 2009 03:44:09
Title: Out of Touch - S04° 12.254 E152° 10.213E

S04° 12.254 E152° 10.213E

 

Wir sind in Rabaul, PNG: Vor einer Woche hat uns ein Sturm erwischt und eine

Welle hat das Satellitentelefon zerstört. Ich versuche es zu reparieren bzw.

in Honiara zu ersetzen. Das kann dann 3 Wochen dauern. Hier ein Kurzbericht

von Land:

Am Tag -.6. und 7.1.-  des Sturms hat man hier im Hafen von Rabaul 50 Knoten

gemessen. Es war eine schlimme aber auch gute Erfahrung, denn wir wissen

jetzt, dass sich die Boote gut und sicher verhalten haben. Wir konnten

während des Sturms vieles ausprobieren: Das Sturmsegel war zu große und

musste immer mehr gereftt werden bis wir es ganz runternehmen mussten.

Treibanker vorne hat nicht funktioniert, da sich das Boot immer noch quer zu

den Wellen legte. Ebenfall zwei Treibanker achtern funktionierte nicht.Erst

als wir ein bißchen Tuch setzten und mit Treibanker segelten - um die

Geschwindigkeit rauszunehmen - lag das Boot sicher. Es zeigte sich wieder

die alte Theorie, dass Boote mit gemäßigter Geschwingkeit sicherer sind, als

die Boote passiv zu lassen. Es bestand die Gefahr des Eintauchen der Büge

ins Wasser (Unterrschneiden), deshalb das Bremsen durch Treibanker.

Crew< und Boote haben unbeschadet überstanden. Beide Boote kamen am

Treffpunkt Gavove Isl. innerhalb 2 Stunden an. Dort blieben wir zwei Tage

und segelten nach Rabaul durch. Hier empfing uns der qualmende und nachts

Feuer und Lavabrocken speiende Vulkan, der 1994 ausgebrochen war und die

einstige "Perle der Südsee" (James Mitchener) in Schutt und Asche legte.

Auch wir hatten beim Umrunden des Kaps vor Rabaul Asche an Deck.

Gestern Nacht sind wir so nahe wie möglich an den Vulkan mit 2 Autos

rangefahren und haben uns das Tosen und Feuer angeschaut.  Jeder hatte nur

noch vor Erfurcht geflüstert.

Ich hoffe, dass die Email alle erreicht, besonders die, die sich Sorgen

gemacht hatten wegen der fehlendesn Logbucheintragungen.

 

K. Hy.

 

 

Die andere Seite der Münze

 

Wir sind jetzt 4 Grad südlich des Äquators und haben kein Geld mehr. Das

heißt der gemeinnützige Verein "Help Tikopia und Anuta e.V." hat für

zusätzliche, nicht geplante Ausgaben bei der Werft, für vielerlei

Anschaffungen unterwegs, für extra Verpflegung etc. - auch für

Bestechungengsgelder an Beamte in den Phippinen  und Indonesien nichts mehr

im Topf.

Wir müssen aber noch ca. 2 1/2 Monate der Reise finanzieren. Ich bitte also

hiermit um Hilfe und Untertstützung.

 

Ich möchte ganz eindringlich die Feunde unserer Expedition, die Leser

unseres Logbuches, die Bekannten und Verwandten unserer Mitsegler - ja

ALLE - bitten, uns einen kleinen Betrag auf unser Vereinskonto zu

überweisen. Jeder erhält eine. Spendenquittung.

Dresdner Bank AG

BLZ 300 800 00

Konto: 03 636 100 00

 

Ich danke für Eure/Ihre Hilfe und Unterstützung.

 

Klaus Hympendahl

 

 

P.S. Diese Email sollte am 5.1.09 rausgehen. Aber dann kam der Sturm und

eine Welle traf die kleine Öffnung zur Navigationsecke. Das Wasser zerstörte

das Satellitentelefon. Es muss dringend ersetzt werden, da wir darüber den

Wetterbericht empfangen.

Vorsitzender, Help Tikopia und Anuta e.V.

 

 

 

Wir sind zur Zeit zehn Personen, von denen acht auf den Booten unterwegs

sind (heute morgen haben wir die Insel Karkar verlassen und segeln bei gutem

Wind richtung Garove Island) und zwei sind schon in Rabaul.

Damit die Unterschiedlichkeit der Charaktere und Themen und der damit

verbundene zwischenmenschliche "Big Brother" Effekt einmal deutlich wird,

habe ich mir erlaubt, ein Zitat von den zehn Anwesenden herauszustellen. Und

hier sind sie:

 

Peter: "Klaus, hast Du eine Mail von Betina bekommen?"

Eve: " Ich brauche unbedingt Tampons"

Matt: "I am hungry"

Rüdiger: "Also, dass mit der Schwellung ist besser geworden, aber ich muss

jetzt Antibiotika nehmen und bekomme Spritzen"

James: "Well guy´s you can be proud to be a member of this expedition, where

a bunch of middle class europeans tryes to be tough polynesiens"

Klaus: (Brüllend am UKW Funk mit Solomon, einem Schiffsagenten in Wewak, dem

gerade als wir auslaufen wollten einfiel, er könne uns noch etwas Kohle

abnehmen) "Solomon how much? No, no, twohundred, that´s all we have and we

are leaving now, so you have to come now and pick the money up"

Hanneke: "We need fruit and vegetables"

Jean Pierre: (Auf die Frage, warum er das rote Ferrari T-Shirt nicht selber

trägt, welches er als Gastgeschenk für die Inselbewohner Tikopias

mitgebracht hat, was ursprünglich ein Geschenk seines Enkels war)

"Das ist sowas von rot, das kann ich nicht tragen"

Bettina:"Scheisse" (Als ihr in der ersten Nacht die Kabinenluke auf die

Wange geknallt ist, und sie danach einen Flatschen hatte, der täglich die

Farbe gewechselt hat, und uns drei Männer in grosse Verlegenheit brachte,

als wir das einzige Mal in Wewak in einem schönen Hotel zu abend gegessen

haben. Alle anderen Gäste stellten sich in unserer Phantasie nur eine Frag:

"Wer hat sie geschlagen?"

Philipp (Ich): "Philipp" (Jedes mal, wenn ich gefragt werde, wie ich heisse

und im Gegenzug den Namen meines Gegenüber leider sofort wieder vergesse,

besonders wenn es sich um eine Gruppe handelt und Namen, die einem vom Klang

her total fremd sind)

So, das war mein "Big Brother" aus PNG, der Wind ist in der Zwischenzeit

wieder eingeschlafen und wir warten alle auf das letzte Tageshighlight, den

Sundowner.

 

Philipp Hympendahl

 

 

 

 

 

 


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