S04° 12.254 E152° 10.213E
Wir sind in Rabaul, PNG: Vor einer Woche hat uns ein Sturm
erwischt und eine
Welle hat das Satellitentelefon zerstört. Ich versuche es zu
reparieren bzw.
in Honiara zu ersetzen. Das kann dann 3 Wochen dauern. Hier
ein Kurzbericht
von Land:
Am Tag -.6. und 7.1.- des Sturms hat man hier im Hafen
von Rabaul 50 Knoten
gemessen. Es war eine schlimme aber auch gute Erfahrung,
denn wir wissen
jetzt, dass sich die Boote gut und sicher verhalten haben.
Wir konnten
während des Sturms vieles ausprobieren: Das Sturmsegel war
zu große und
musste immer mehr gereftt werden bis wir es ganz runternehmen
mussten.
Treibanker vorne hat nicht funktioniert, da sich das Boot
immer noch quer zu
den Wellen legte. Ebenfall zwei Treibanker achtern
funktionierte nicht.Erst
als wir ein bißchen Tuch setzten und mit Treibanker segelten
- um die
Geschwindigkeit rauszunehmen - lag das Boot sicher. Es
zeigte sich wieder
die alte Theorie, dass Boote mit gemäßigter Geschwingkeit
sicherer sind, als
die Boote passiv zu lassen. Es bestand die Gefahr des
Eintauchen der Büge
ins Wasser (Unterrschneiden), deshalb das Bremsen durch
Treibanker.
Crew< und Boote haben unbeschadet überstanden. Beide
Boote kamen am
Treffpunkt Gavove Isl. innerhalb 2 Stunden an. Dort blieben
wir zwei Tage
und segelten nach Rabaul durch. Hier empfing uns der
qualmende und nachts
Feuer und Lavabrocken speiende Vulkan, der 1994 ausgebrochen
war und die
einstige "Perle der Südsee" (James Mitchener) in
Schutt und Asche legte.
Auch wir hatten beim Umrunden des Kaps vor Rabaul Asche an
Deck.
Gestern Nacht sind wir so nahe wie möglich an den Vulkan mit
2 Autos
rangefahren und haben uns das Tosen und Feuer
angeschaut. Jeder hatte nur
noch vor Erfurcht geflüstert.
Ich hoffe, dass die Email alle erreicht, besonders die, die
sich Sorgen
gemacht hatten wegen der fehlendesn Logbucheintragungen.
K. Hy.
Die andere Seite der Münze
Wir sind jetzt 4 Grad südlich des Äquators und haben kein
Geld mehr. Das
heißt der gemeinnützige Verein "Help Tikopia und Anuta
e.V." hat für
zusätzliche, nicht geplante Ausgaben bei der Werft, für
vielerlei
Anschaffungen unterwegs, für extra Verpflegung etc. - auch
für
Bestechungengsgelder an Beamte in den Phippinen und
Indonesien nichts mehr
im Topf.
Wir müssen aber noch ca. 2 1/2 Monate der Reise finanzieren.
Ich bitte also
hiermit um Hilfe und Untertstützung.
Ich möchte ganz eindringlich die Feunde unserer Expedition,
die Leser
unseres Logbuches, die Bekannten und Verwandten unserer
Mitsegler - ja
ALLE - bitten, uns einen kleinen Betrag auf unser
Vereinskonto zu
überweisen. Jeder erhält eine. Spendenquittung.
Dresdner Bank AG
BLZ 300 800 00
Konto: 03 636 100 00
Ich danke für Eure/Ihre Hilfe und Unterstützung.
Klaus Hympendahl
P.S. Diese Email sollte am 5.1.09 rausgehen. Aber dann kam
der Sturm und
eine Welle traf die kleine Öffnung zur Navigationsecke. Das
Wasser zerstörte
das Satellitentelefon. Es muss dringend ersetzt werden, da
wir darüber den
Wetterbericht empfangen.
Vorsitzender, Help Tikopia und Anuta e.V.
Wir sind zur Zeit zehn Personen, von denen acht auf den
Booten unterwegs
sind (heute morgen haben wir die Insel Karkar verlassen und
segeln bei gutem
Wind richtung Garove Island) und zwei sind schon in Rabaul.
Damit die Unterschiedlichkeit der Charaktere und Themen und
der damit
verbundene zwischenmenschliche "Big Brother"
Effekt einmal deutlich wird,
habe ich mir erlaubt, ein Zitat von den zehn Anwesenden
herauszustellen. Und
hier sind sie:
Peter: "Klaus, hast Du eine Mail von Betina
bekommen?"
Eve: " Ich brauche unbedingt Tampons"
Matt: "I am hungry"
Rüdiger: "Also, dass mit der Schwellung ist besser
geworden, aber ich muss
jetzt Antibiotika nehmen und bekomme Spritzen"
James: "Well guy´s you can be proud to be a member of
this expedition, where
a bunch of middle class europeans tryes to be tough
polynesiens"
Klaus: (Brüllend am UKW Funk mit Solomon, einem
Schiffsagenten in Wewak, dem
gerade als wir auslaufen wollten einfiel, er könne uns noch
etwas Kohle
abnehmen) "Solomon how much? No, no, twohundred, that´s
all we have and we
are leaving now, so you have to come now and pick the money
up"
Hanneke: "We need fruit and vegetables"
Jean Pierre: (Auf die Frage, warum er das rote Ferrari
T-Shirt nicht selber
trägt, welches er als Gastgeschenk für die Inselbewohner
Tikopias
mitgebracht hat, was ursprünglich ein Geschenk seines Enkels
war)
"Das ist sowas von rot, das kann ich nicht tragen"
Bettina:"Scheisse" (Als ihr in der ersten Nacht
die Kabinenluke auf die
Wange geknallt ist, und sie danach einen Flatschen hatte,
der täglich die
Farbe gewechselt hat, und uns drei Männer in grosse
Verlegenheit brachte,
als wir das einzige Mal in Wewak in einem schönen Hotel zu
abend gegessen
haben. Alle anderen Gäste stellten sich in unserer Phantasie
nur eine Frag:
"Wer hat sie geschlagen?"
Philipp (Ich): "Philipp" (Jedes mal, wenn ich
gefragt werde, wie ich heisse
und im Gegenzug den Namen meines Gegenüber leider sofort
wieder vergesse,
besonders wenn es sich um eine Gruppe handelt und Namen, die
einem vom Klang
her total fremd sind)
So, das war mein "Big Brother" aus PNG, der Wind
ist in der Zwischenzeit
wieder eingeschlafen und wir warten alle auf das letzte
Tageshighlight, den
Sundowner.
Philipp Hympendahl