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Date: 23 Dec 2008 08:24:09
Title: Blog 23.12.08

Wir segeln gerade mit schönem Wind von achtern unsere letzten Meilen nach Jajapura.
Die letzte Nacht war so lichtlos und finster, dicke Wolken, die sich später auf uns entluden, liessen kein Licht auf uns scheinen, als wenn im Keller einer das Licht ausmacht. Mit dem Regen kam starker Wind. Ich musste alle wecken und dann wurde mit Lifebelts an, das kleinere Vorsegel gesetzt. Alle waren nass und wach und wurden so wieder in ihre Kammern entlassen.
Wenn ich mehrere Tage am Stück segel, brauche ich immer etwas Zeit um mich an den Rythmus, die Abhängigkeit von Wind und Wetter, an Flauten und Hitze zu gewöhnen.
Man kann dem nicht entkommen, man ist den Elementen ausgeliefert und kann nur versuchen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und sich dem ganzen zu fügen.
Dieser Vorgang kann ein paar Tage dauern aber dann, und das ist bei mir jetzt eingetroffen, lässt man sein zivilisiertes Leben hinter sich, kommt in einen neuen Rythmus und fängt an, das Leben auf dem Schiff anzunehmen. Die Zeit wird eine andere (was sind schon Tage?), das Tageslicht gibt den Rythmus vor und das Wetter bestimmt den Tag. Wir reagieren auf die Natur, und die ist wesentlich weniger beängstigend als Teile der Zivilisation, man muss sich nur an die Spielregeln gewöhnen und nicht versuchen dagegen anzugehen.Verändern kann man hier nichts, nur reagieren, aber wenn man einmal seine reizüberfluteten Sinne sensibilisiert hat, wird man empfänglicher für die schönen Aspekte des ursprünglichen Langstreckensegelns.
Zeit spielt keine Rolle, wollte ich gerade schreiben, und das stimmt natürlich bei dieser Reise nicht ganz und damit komm ich zurück in die zivilisierte Welt. Lieben Gruss an Bettina und Jean Pierre wir sind spätestens morgen dort.

Philipp Hympendahl

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