"Im Rausch der Stille"

Lapita-Voyage
Klaus Hympendahl
Sun 8 Mar 2009 08:04
Ich möchte die kleine Gemeinde von Lesern unserer Blogs nicht langweilen.
Aber sie können - wenn Bedarf - sich über unsere Langweile informieren. Seit
heute Nacht herrscht so gut wie Flaute. Manchmal kommt eine leichte Brise
auf. Man sieht dann auf dem spiegelglattem Meer das Wasser in der Ferne sich
leicht kräuseln. Die Hoffnung steigt sofort: Es könnte ja der NEUE Wind
sein, der der uns die wenigen 36 sm bis zum ersten Wegpunkt bei der Insel
Utupua bringt.
Von da aus wären es noch 45 sm bis zum ersten Ziel Vanikoro Isl. Aber soweit
denken wir nicht.
Karl hat, seitdem der Anker aufgegangen ist, mit dem Rauchen aufgehört. Das
hat offenbar seine merkwürdigen Entzugseffekte. Denn um 9.30 Uhr machte er
sich laut die ersten Gedanken über das Mittagessen. Es gab schließlich
Tunfischsalat mit Fladenbrot. Matt liest, Eve ruht viel, Rudi hat einen
köstlichen Obstsalat gemacht und ich habe Pfeife geraucht und mich an das
neue Buch "Im Rausch der Stille" gemacht. Übrigens ein hervorragender Titel
für einen Flautentag und ein verdammt spanendes und gutes Buch.
Jeder geht 1 bis 2 Stunden Ruder, wohl mehr um das Boot vom Drehen zu
bewahren. Obwohl auch das bei Flaute egal wäre, haben wir doch einen
leichten Gegenstrom von ca. 0.4 Knoten. Aber was für ein Anblick wenn die
Büge nach Ndende zeigen, der Insel von der wir kommen. Nein, wqir wollen
nach vorne blicken, können die erste Insel abert noch nicht in den
Wolkenfeldern erblicken.
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole und Euch langweile: Seit
Anbeginn der Reise vor 4 Monaten hatten wir noch keine 24 Stúnden einen
sogenannten idealen Segeltag. Regen, Gegenwind, Flaute, Sturm, Böen - eins
von dem hat uns immer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hatte
mich mit James Wharram unterhalten, der seit 54 Jahren Hochseesegeln
betreibt.(plus meine 35-jährige Erfahrung machen immerhin knapp 90 Jahre
aus). Wir können uns nicht erinnern über längeren Zeiträume so widriges
Segelwetter erlebt zu haben. Day muss doch da oben etwas gewaltig nicht
stimmen.
Egal, es geht halt in langsamen Schritten weiter aber uns läuft langsam die
Zeit weg, denn am 24.3. holt uns die KESOKO aus Tikopia ab und bis dahin
müssen wir beide Zielinseln besucht und den Insulanern die Booite übergeben
haben, was das Erlernen der Segeltechnik und das Handhaben der Boote
beinhaltet.
Es wird also noch spannend....


K.Hy.





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