Datum: 09.12.2009
Uhrzeit: 1200 UTC
Kurs: 290 Grad
Geschwindigkeit: 7 SOG
Wind: 23 Knoten
Wellen: 2,5 Meter
Luftdruck: 1014 hPA
Hallo vom Atlantik.
inzwischen vergehen die Tage wie im Flug. Wir haben die 300 sm Grenze zu
unserem Ziel Rodney Bay auf St. Lucia unterschritten. So wie unsere Reise
naehert sich das Blogende mit grossen Schritten. Derzeit befinden wir uns in
einem stabilen karibischen Passatwetter und rauschen Raumschot's bei 20 - 25 kt
Wind Richtung Westen. Waehernd gestern die Sonne uns den ganzen Tag treu blieb
und wir mit einem herrlichen Sonnenuntergang mit Tschikowsky's Klavierkonzert
Nr.1 B-Moll (Berliner Philharmoniker - Herbert von Karajan) verwöhnt wurden
wollte sich die Sonne heute Morgen noch nicht so recht blicken lassen.
Inzwischen strahlt Sie uns jedoch schon wieder aufs Deck. Wir waren
heute Vormittag von ein paar "Squalis" (wie wir Sie inzwischen liebevoll
nennen) umgeben. Neben der unangenehmen Eigenschaft dass Sie, wenn man sich
unter Ihnen befindet meist Starkregen bringen, haben Sie auch die gern gesehene
Eigenschaft, dass Sie uns kraeftig Wind bringen wenn Sie neben uns vorbeiziehen
und somit unserm Ziel immer naeher. Inzwischen kann man die "Einschlagrichtung"
( das ist jene Gerade auf dem Radar, welche die Zugrichtung der Squall anzeigt)
schon ganz gut einschaetzen und daher die Trefferwahrscheinlichkeit eines
Squalls beim Auftauchen sehr gut bestimmen. So sind Oelzeug Fehlalarme deutlich
weniger geworden. Mit der zunehmendden Anzahl von Squalis die man als
Rudergaenger durchfahren hat, waechst auch die Sicherheit. Am Anfang
weiss man ja nicht was da auf einen zukommt.

(Bild:
Sonnenuntergang auf dem Atlantik)
Inzwischen hat Klaus unsere Pantry zu seiner Hausbaeckerei
umfunktioniert. Er naehert sich mit seinen Backkuensten schon der
Perfektion. So haben die Semmeln (fuer unsere Ostoesterreichischen Kollegen
sind das Breotchen) inzwischen das Aussehen von richtigen Kaisersemmerln ( bitte
googeln, mir es zu kompliziert zu beschreiben wie " a gscheite
Weana Kaisersemmel" aussieht). Auch die erste bayrische Betzn haben wir
heute gebacken.
Vom Seglerischem gibt es nicht viel neues. Mit Genua und Backbordschoten
laufen wir stabil Kurs 295. Demnaechst werden wir halsen und dann Raum ins
Zielfinale laufen.
Der Fischerfraktion ist das Fangglueck gehoerig abhanden gekommen. Keine
F(r)ischware.
Als last Miinute update. Soeben um 1345 UTC hat uns nochmal eine Squall
mit Boen von 35 kt erwischt. Iris und Astrid laufen die Boe vor dem Wind ab.
Ralph
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Nun moechte ich mich als Skipper der Felicita auch noch kurz zu Wort
melden:
Ich moechte mich bei der Crew bedanken, ueber die kollegiale
Stimmung und den großen Einsatz das gesteckte Ziel "St.Lucia" zu
erreichen.
Ebenso bei Iris und Astrid, die uns sehr oft wirklich lecker
bekochten.
Vergessen will ich auch nicht die Technik. Einem besonderen Dank gilt dem
Autopiloten, der uns dabei unterstuetzte.
Trotz defefektem Groß liegen wir immer noch gleichauf mit den
anderen 2 Sun Odyssey 54 DS.
Da wir die Felicita im Maerz auch wieder nach Europa bringen werden,
haben wir uns entschlossen ein Buch über diese beiden Transatlantiktörns
zu schreiben.
Bei dem Ruecktoern von St.Martin ueber Horta/Azoren nach Malaga werden
wir auch einen Blog führen.
Das Buch wird unter dem Titel "Karibik Hin- und
zurück" erscheinen.
Herzliche Grüße vom Atlantik
Ralf