Datum: 07.12.2009
Uhrzeit: 1200 UTC
Kurs: 260 Grad
Geschwindigkeit: 6,5 SOG
Wind: 20 Knoten
Wellen: 2 Meter
Luftdruck: 1014 hPA
Hallo vom Atlantik,
wri naehern uns mit grossen Schritten der Karibik. Nachts ist Wache nur
noch in kurzer Hose und T-Shirt angesagt. In Squalls ( und nun sind es endlich
"richtige" Squalls ohne Blitz und Donner, dafuer mit viel Regen) wird noch in
das Oelzeug geschluepft. Im Schiffsinneren haben wir 30 Grad. Je nach Wind und
Wellenlage sind diejenigen gluecklich, welche Ihre Luken noch oeffene koennen,
ohne dass die Kabine einen kraeftigen Schluck Meerwasser zu sich
nimmt.
Gesegelt wird wie fast immer mit ausgebaumter Gross platt vor dem
Wind.Gesteuert wird je nachdem wer Wache hat zum Teil per Hand zum Teil per
Autopilot. Ueber jeweiligen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen
Steuerungsmethoden wird schon seit Tagen unerbittlich diskutiert und die Fronten
sind verfahren. Es sieht auch nicht so aus, als ob sich die Anhaenger
der jeweiligen Steuerfraktion bis zum Toernende von der anderen
Fraktion bekehren lassen.
Heute Nacht hat uns nur eine harmlose Squall gegen 0300 UTC erwischt
.Ansonsten herrscht guter Segelwind aus Ost. Spaet in der Nacht schlaeft der
Wind hier gerne mal ein und dreht noerdlich um uns dann nach Sonnenaufgang
ausgeruht mit neuem Schwung aus oestlicher Richtung nach St. Lucia zu
schieben.
Heute werde wir im Laufe des Tages auch die 500 sm bis zum Ziel
unterschreiten. Ich denke es sind alle froh wenn wir jetzt dann bald mal
ankommen.
Gestern hat Joerg einen Thunfisch aus dem Wasser
gezogen. Dieser wird heute von Astrid zu Thunfischsalat
verarbeitet.
Ralph
Heute
auch nochmal ein Hallo von mir - Iris:
wir
naehern uns mit grossen Schritten dem Ziel. Barfuss ueber den Atlantik - wir
haben es fast geschafft. Wir, als Team, das aus Personen besteht, die
unterschiedlicher nicht sein koennten. Und trotzdem - oder gerade deshalb -
haben wir eine harmonische Reise. Die Kunst ist wohl, so nahbar zu sein, um sich
seinen Mitseglern zu oeffnen, andererseits aber so unnahbar, um seine
Privatsphaere zu wahren. Nach gut zwei Wochen auf See kennt man nun die
Eigenarten der anderen, manches nervt vielleicht, manches hat man schaetzen
gelernt. Fuer mich persoenlich war diese Atlantikueberquerung seglerisch keine
Herausforderung. Ich werde erst sagen, ich habe den Atlantik per Segelboot
ueberquert, wenn ich die Nord-Route gesegelt bin - sorry Mama, vom Segelvirus
bin ich nicht geheilt!. Und meine letzte Langstrecke war es also ganz
sicher nicht. Fuer andere glaube ich schon ;-) Wie gesagt - wir sind hier sehr
unterschiedliche Menschen an Bord! Wir freuen und alle auf St. Lucia, und die
verbleibenden Tage auf See werden wir sicher weiter harmonisch verbringen. Dann
trennen sich unsere Wege wieder, manche werden sich vielleicht wiedersehen,
manche nicht. Ich persoenlich habe mein Fazit laengst gezogen. Aber das behalte
ich fuer mich!
Entspannt
und sehr relaxed, zufrieden, braun gebrannt und heute mal etwas nachdenklicher
gruesst euch Iris
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Thomas
schreibt:
Nach
nunmehr 15 Tagen auf See und tropischer Hitze greifen die Haluzinationen um
sich:
Klaus
träumt von einer Schweinshaxe mit Semmelknödel, Jörg von seinem zukünftigen
Motorboot ("Jockel an und Hebel auf den Tisch"), Andy von seiner Freundin Marina
(er hat Glück, sie wartet in St, Lucia auf ihn), Ralph von einem 5-Sterne-Hotel
all inclusive und ich von den Schoko-Schnitten meiner Frau, die ich auf
einmal essen würde (=Wink mit dem Zaunpfahl).
Es
bleibt mir nur noch meinem Freund nORaD nachträglich zum Geburtstag zu
gratulieren und Zinsi allzeit "guten Rutsch" zu wünschen. Man riecht sich
demnächst!
Grüße
vom heissen Atlantik (besonders an S.+L.+L.)
Matrose
Tom
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