Datum: 03.12.2009
Uhrzeit: 1200 UTC
Kurs: 244 Grad
Geschwindigkeit: 5 SOG
Wind: 16 Knoten
Wellen: 1 Meter
Luftdruck: 1015 hPA
Hallo vom Atlantik,
nun also zur Fortsetzung von Gestern. Die Probleme begannen, als wir
versuchten unser Grosssegel zu setzen. Dieses hat sich derart im Mast verklemmt
wie es die meisten von uns noch nie gesehen haben. Unter Einsatz aller Mittel
und vieler Tricks, konnten wir es dann nach einigen Stunden ausrollen und
bergen. Dann kam natuerlich ein Problem nach dem Anderen. Probleme beim Setzen,
beim Einschaekeln, eine neue Grossfall musste gesetzt werden, dann war die Leine
beim Ausroller zu kurz aufgewicklet, etc., etc. Alle Details wuerden den Rahmen
des Blogs und meine Schreibgeduld sprengen. Als eines der Hauptbrobleme
wurde gestern das neue Grossfall vermutet, das noch nicht entsprechend
"ausgereckt" ist. ("ausgereckt" ist ein Seglerbegriff fuer "ueberspannt"
bzw. "ausgereizt"). Ganz im Gegenteil zu unseren Nerven, denn die waren Gestern
mehr als "ausgereckt". In jedem Fall war das Problem fuer uns Gestern Abend
gegen 2200 Uhr erfolgreich geloest und unsere Nerven haben sich wieder
"entreckt". An dieser Stelle moechte ich ein ganz herzliches Dankeschoen an alle
an Bord aussprechen, denn nur durch die Summe der Einzelfähigkeiten (z.B. Andies
Wagemut und Geschicklichkeit, Klaus sein Erfindungsreichtum, Iris Ihre
Nähkuenste, etc.) war das Problem loesbar.

(Bild:
Problembehandlung mitten auf dem Atlantik - bis spaet in die Nacht)
Seit heute Spaetnacht haben wir es mit weiteren Squalls zu tun.
Interessant ist, das Sie uns bisher immer nur dann treffen, wenn ich am Ruder
bin. Ich sollte das wohl die nachesten Tage bleiben lassen. Ich werde das mal in
einem Vieraugengespraech mit unserem Skipper andeuten, erwarte aber nicht dass
meinem Dienstfreistellungsantrag stattgegeben wird.
In jedem Fall bringen diese Squalls ( das kann man Sich wie ein lokales
Gewitter nur ohne Blitz und Donner vorstellen) je nach Intensitaet heftig Wind
und Regen.
Waerend unsere profunden Segelspezialisten noch im Laufe des heutigen
Vormittags mannigfaltige Ursachen unseres Grosssegelversagens diskutieren,
ueberfaellt mich ein uebler Gedanke. Ich vermute, dass Inge auf Gaensebluemchen
seit Vorgestern (also dem Tag als wir in Sichtweite kamen), unser Grosssegel mit
Karibischem Voodoo Zauber maltretiert, um zu vermeiden, dass Theobalds
sportliche Segelambitionen geweckt werden. Inge will gemuetlich
rueber!
Meine Vermutung bekommt sofort Unterstuetzung als beim ersten
Versuch heute Mittag unser Grosssegel wieder zu setzen, dieses spoten wieder
verweigert. Nun ist Schluss mit Lustig. Ab jetzt verzichten wir auf die
Gross und baemen unsere Genaua wieder aus.
Als Nachtrag noch zu unserer Bergfestwette. Wir haben den
38sten am 01.12.2009 um 2030 UTC ueberschritten und somit hat Klaus die Wette
gewonnen und ich verloren.
Die Ereignisse der letzten 2 Tage habe auch unserer
Seglerfraktion keine Zeit gelassen, Ihrem Hobby nachzugehen und das Boot
mit Frischfisch zu versorgen. Somit bleibt der Fischfangstand
bei:
Fischstand total: Andreas :Joerg : Klaus /
2:5:3
Heute moechte ich ganz herzliche Gruesse an Michael und das gesamte
H&S Team schicken. Von Martin weiss ich dass er diesen Blog liest und
Christian wartet ja noch auf den Bericht ueber St. Lucia.
Ralph
PS: Liebe Gruesse an meine heimliche blonde Verehrerin aus Marl. Die
Nachricht ist gut angekommen und ich habe mich sehr darueber gefreut, dass mein
Blog ein Erfolg ist.
PPS: Greetings to Watsonville, California! Wolf thank's for your message.
I'm sorry but time does not allow a english translation! I hope Frank will
translate it for you.