15.2.2012:
Unser Törn geht nach Soufrière zurück, weshalb wir
morgens um 03h aufstehen und nach dem Frühstück gegen 04h ablegen. Verena
übernimmt das Ankerhochheben, derweilen Joel die ausgebrachte Heckleine an Land
löst. Volker hat die Aufgabe, diese unverzüglich einzuziehen, es handelt sich
hierbei um rund 50 m Leine. Marina lässt sich leicht rückwärts versetzen, so
dass die Leine besser gelöst werden kann und ab gehts. Die Ueberfahrt geht
zuerst entlang der Küste von St. Vincent. Erst am Kap des Vulkan Soufrière
setzen wir über. Für die meisten an Bord war es das erste Mal, dass sie mitten
in der Nacht ablegen und fahren mussten. Der Wind ist nicht schlecht, dennoch
kommt er ziemlich von vorn, so dass wir ca. 5 sm vor den Pitons unter Motor
gegenan fahren müssen.
Captain Bob erwartet uns wie üblich an der Boje und wir
machen an ihr an. Kaum "angedockt" gehen Willi und Marina zum Einklarieren zum
Custom und Migration. Vorher gibts aber einen Rumpunsch in Skippers Bar und
danach einen Anschiss vom Custom. Erst einklarieren, dann Rumpunsch, hiess es.
Auch die Bemerkung, dass wir durchnässt seien vom Regen und uns nur kurz
"aufwärmen" wollten, stösst auf taube Ohren. Aber charmant, wie Frau Skipperin
ist, liegen ihr das Custompersonal - und nicht nur hier in Soufrière, sondern
überall! - zur Füssen und damit wurde das Problem aus der Welt geschaffen.
(Bemerkung Marina: wo immer möglich, sollte man doch die Waffen einer Frau
einsetzen, ne?)
Captain Bob holt die restl. Crew nach einer weiteren
Stunde ab und wir gehen kurz einkaufen, damit auch für das Frühstück was
vorhanden ist. Ja, die Vorräte gehen langsam zu Ende und auch unser
Törn.
Abends wird im Hummingbird Resort das Dinner
eingenommen. Wir sind alle von der Küche begeistert und geniessen
es. Dauerte doch die Ueberfahrt von St. Vincent nach St. Lucia seine 10
Std. und das feine Essen ist eine schöne Entschädigung.
16.2.2012:
Captain Bob, der Gute, legt in der Früh an unser Heck
an: "good morning everybody, I'm bringing you den sunshine and good bread!". Mit
beidem hat er recht. Der Himmel strahlt für unseren letzten Segeltag entlang der
Westküste von St. Lucia, die uns nun ganz vertraut erscheint. Aber vorher
springen wir noch einmal in die Bucht von Soufrière und baden zu Füssen des
kleinen Pitons. Alles Piton oder wat? Nachdem
Frühstück mit dem leckeren Brot von Booob heisst es Klar Schiff, wir lösen die
Via con me von der Mooring, verlassen die Bucht von Soufriere unter Motor und
nehmen draussen Kurs auf Nordost, auf Sicht entlang der Westküste von St.
Lucia.
Wir reihen uns ein in das Kielwasser anderer Yachten,
die offenbar unseren Kurs teilen. Heute sind zahlreiche Yachten auf See, vor
allem auf Gegenkurs zu den kleinen Grenadinen. Wir haben einen perfekten letzten
Segeltag mit Sonne, Wind, blauem Karibikmeer und zwischendurch Anschiss durch
Marina. (Kommentar Eckhöörd: sie kann's nicht lassen! / Marina:
Aersche).
Die Orte der Westküste ziehen wie eine Perlenschnur an
uns vorbei, wärend hinter uns die beiden Pitons scheinbar mit zunehmender
Distanz sich unter den weniger hohen Bergen der Westküste verbergen und ducken
wollen. Auf der Höhe von Anse le Ray bläst der Wind uns in so spitzem Winkel
entgegen, dass wir wenden, um nicht zu weit von unserem Kurs
abzukommen.
Das stört heute keinen an Bord, wenn gleich wir dadurch
ein paar Seemeilen an Höhe verlieren. Wir dürfen einfach den schönen Tag auf See
geniessen.
Bei der Einfahrt zur Bucht Rodney Bay ist noch einmal
höchste Konzentration gefragt bei der passage einer kleinen Felsinsel. Ueber
Funkt weist uns der Hafenmeister den Steg E4 zu. Der ist natürlich belegt, aber
er ist persönlich vor Ort und winkt uns auf E 6 ein. Das letzte Anlegemanöver
und letzte Festmacherbier: aus und vorbei, der Karibiktörn mit Skipperin Marina,
Verena und Willi aus der Schwiiiz - oder? sowie Gitti und Volker aus Bonn und
Eckhöörd aus Börlin.
VIA CON ME und
Crew