Donnerstag Die Einfahrt nach Nouméa ist nicht
ganz ohne. Die Reise dahin ist problemlos, mit Ausnahme, dass die Männer
herausfinden, dass unser Blackwatertank überläuft. Er ist eigentlich gar nicht
angestellt, irgendetwas ist da „faul“. Jedenfalls hantieren beide mit Spiralen
bei 26-30 kn Wind, sind aber nicht erfolgreich. Something is
clogged.
Als wir uns der Insel Nouvelle Caledonie nähern, wird es
schon dunkel, zwei weitere Segelboote folgen uns, mit einem haben wir schon
einmal Funkkontakt gehabt. Es geht im rechten Zickzack von der Passeinfahrt noch
16 Meilen bis wir vor dem Hafen von Nouméa um 22.45 Uhr (local time ist eine
Stunde früher) den Anker fallen lassen. Ohne Elektronik lieber nicht! Ein Bier
und ab in die Koje.
Freitag Ausgiebiges Frühstück. Warten auf einen Platz in der Marina, es ist
aber keiner frei. Also Dingy herunterlassen und zum ersten Mal bewährt sich der
neu angebaute Flaschenzug. Peter fährt zum Einklarieren. Jetzt oder erst
Dienstag wieder. Uns wird plötzlich klar, dass ja Pfingsten ist. Und Monsieur
muss mal wieder von Pontius zu Pilatus laufen. Ein Mechanikus schaut sich unser
„Problem“ an, kommt aber auch nicht recht weiter. Gottlob haben wir ja eine
zweite Toilette.
Rien ne va plus!

Samstag Besuch in der Markthalle, wie immer schön anzusehen. Es gibt auch
eine Fischhalle aber erstaunlicherweise nur einen Fleischstand. Vielleicht haben
wir etwas übersehen.
Wir können in die Marina verholen., wobei es da stinkt,
als würde mehr als ein Klo ins Hafenwasser eingeleitet. Es vergällt etwas das
Sitzen im Cockpit.
Danach ist erstmal Schiff abduschen angesagt, es ist
immer wieder erfreulich, wenn man kein Salz mehr unter den Fingern
hat.
Wir laufen bei herrlichem Sonnenschein auch noch in die
Stadt. In einem grossen Park ist Flohmarkt. Viele viele Klamottenläden, aber man
muss sich in eine „dunkle Höhle“ hineinwagen, wobei die Frauen nette bunte
Kleidchen tragen.
Mit unserm kleinen Leihwagen begeben wir uns
dann auf eine Südtour. Eine andere Marina ist auch ausgebucht, insofern kein
Entkommen dem Gestank.
Die Südtour ist nicht wirklich aufregend und auch auf
einer Küstenstrasse sieht man nicht viel ausser grün.
Zum Begrüssungsdrink und internet geht es dann zum Bistro
am Hafen, wo wir auch dringend einen Tisch bestellen sollen. Als wir nach unserm
dinner das Bistro verlassen, ist die Hälfte der bestellten Tische immer noch
nicht belegt.
Pfingstsonntag
Früher Start zur Nordtour an der Westseite der Insel
hoch. Auf der Ostseite wollen wir dann am Montag wieder zurück fahren. Die Insel
ist insgesamt 450 km lang und wir dürfen nur die gelben (gleich Staatsstrassen)
befahren. Zunächst kurven wir erstmal eine halbe Stunde durch ein
Industriegebiet. Nirgends auch nur ein Wegweiser. Auf der Route Nr.1 zieht es
sich. Grüne Hügel und Weiden, aber wir sehen nur wenig Vieh. Gelegentlich mal
einen Acker und etwas Gemüse. Neu Caledonien!? Waren hier zunächst Schottische
Siedler und fühlten sie sich an zuhause erinnert?
Die Häuser sind grösser als in der Karibik , aber es gibt
auch diese frz. Agglomerationen, eine Siedlung im Nirvana. Es folgen Bruchbuden
und Müll am Strassenrand, bemaltes Beton, verrostete Autos in der Landschaft.
Wir sehen relativ viel grobes Gerät, Baumaschinen, warum wird uns später
klar.
Highlight des Tages ist ein einzelner Felsbrocken, der
sich von einem Hochufer abgespalten hat.

Auf der rechten Seite entlang der Strasse sieht man eine
hohe Bergkette. Manche Gipfel sind hellgelb bis braun. Es wird Zink im Tagebau
abgebaut. Die Spitzen sehen aus wie angeknabbert.



Bei einem kleinen künstlichen Hafen von Koumac machen wir einen Halt. Das dortige Restaurant
„Skipper“ hat wohl nicht rentiert und ist wieder geschlossen, aber der nette
Mensch in der Capitanerie gibt hilfreiche Tipps für Übernachtung und morgigen
lunch.
Nachdem wir unsere Betten in einer Hotelanlage gesichert
haben, fahren wir noch auf einer kleinen Küstenstrasse entlang bis wir an einen
Berg kommen, von dessen Gipfel ein ellenlanges Förderband bis weit in die See
hinaus führt. Oben am Berg brennen Scheinwerfer. Zinkabbau mit eigenem Anleger
für Transportschiffe. Die Natur sieht schrecklich malträtiert aus. Die Strasse
ist zuende. Etwas trostlos alles.
Nachtessen im Hotel. Die Männer bestellen Tatar. Es ist
allerdings viel zu grob und nicht angemacht und als Peter dann auch noch eine
halbe Flasche Worcestersosse verschüttet wegen einer ungewöhnlich grossen
Öffnung, das macht es auch nicht besser.
Pfingstmontag
Früher Aufbruch nach einem einfachen Frühstück. Die
Strasse geht mal wieder auf und ab und ist sehr kurvenreich. Nach 40 km merken
wir, dass wir weiter nach Norden nach Poum
gefahren sind, dort geht es aber gar nicht weiter. Also zurück. Mal
wieder irgendetwas nicht gesehen oder besser nicht da gewesen. Die
Ausschilderung ist mehr als dürftig. Die Strasse auf der Ostseite führt an der
Küste entlang, ab und an führt eine Brücke über einen Fluss. Einmal müssen wir
auf eine kleine Autofähre, die an einem Seil geführt wird. Der Fährmann erzählt,
früher hätte er die Fähre mit den Händen gezogen, heute übernimmt das ein
Outboard zusammen mit einer Maschine die eine starre Welle
treibt..
Die Gegend erinnert sehr an die Karibik: üppige
Pflanzenpracht, wundervolle Bougainvilles, Oleander, Bananen, Taro,
Cocospalmen…Die Frauen sind bunt gekleidet. Rechts und links der Strasse sind
Dörfchen. Es hat viele Kinder und Hunde und trotz des Feiertages wird an Ständen
Obst und Gemüse angeboten. Einmal schauen wir Frauen bei Flechtarbeiten zu, sie
flechten in einer gemeinsamen Arbeit einen Windschutz für ihren Verkaufsstand
aus Palmenblättern, der dann wieder zwei Jahre hält.

In Koulnoue ist
lunchtime, dort gibt es eines der sechs besten Hotels von Neukaledonien, das ist
der Tipp des Hafenkapitäns. Der Weg dorthin ist spannend, aber lohnt sich. Ein
Resort mit etwas Sandstrand und vielen Hütten. Das Büffet ist grandios. Wir
schwelgen. Ob Fisch oder Fleisch, Obst, Gemüse, Salate….Das Dessertbuffet ist
nun wirklich unübertrefflich! Dazu eine Flasche Wein. Rien ne va plus!

Um 15 Uhr Aufbruch. Wir nehmen die Querverbindung. (die
weitere Strasse der Ostseite soll sehr schlecht sein), sie dauert ungefähr eine
Stunde, dann sind wir wieder auf der Route nr.1 und haben noch 260 km bis Noumea
vor uns. Es wird 19 Uhr als wir zuhause sind.
Der Autovermieter erwartet einen innen und aussen
gewaschenen Wagen und Peter muss noch extra Gebühren zahlen wegen zu vielen
Kilometern, 450 waren nur inklusive. Wir sind 1200 gefahren!


Nouméa
Ostküste
Dienstag Auto abgeben.( s.o.) Internet geht
mal wieder nicht….Der Mechaniker kommt heute nachmittag nochmals. Peter muss das
Klo abmontieren…das Klo abmontieren wäre das eine aber festzustellen dass die
Verbindung vom Klo an den Abfluss Schlauch getrennt war und zudem der
Hauptabfluss total verstopft, sodass auch der "Blackwater" Tank nicht ablaufen
konnte hat den Tag zu einer reinen Scheissorgie werden lassen. Der Taucher
war schon so gut wie bestellt dann konnten wir endlich den Erfolg melden und die
ganze Sauce fand den Weg ins Nass der Marina. Schlussrechnung, 3 m neuer
Abfluss-Schlauch für das WC, Hilfeleistung eines "Spezialisten der nach 2 Std,
den Rückzug meldete und die Restarbeit uns überlässt, Abpumpen der Brühe in
mehrern Anläufen aus der hinteren Bilge, Einsatz des Fischwasserschlauches zur
Durchspühlung der Bilge und der inneren Bordwand im Bereich des hinteren Bades
und wieder Abpumpen der etwas klareren Sauce bis zu 3 maliger Demontage des
untersten Anschlusses vor dem Rumpfdurchbruch und Schlussendlich dem erlösenden
Gurgeln das den sicheren Abfluss des Wasseres aus der Anlage verkündete.
Beurteilung der Lage: Das Schlauchsystem hat hinten zu wenig Gefälle was bei
längerem unbenützen Liegen zur Eintrocknung von nicht abgelaufenen Feststoffen
führt die dann schlussendlich den Abfluss permanent verstopfen. Durch den sich
aufbauenden Druck in der Leitung und im sich füllenden Tank hat sich
schlussendlich der Anschluss an der mit einer Hochdruckpumpe versehenen WC
Schüssel derart erhöht dass es zur Trennung des Abflusses kam. Und die Lehre aus
das Ganze: Vor längeren Aufenthalten ohne Betrieb Spühlen, Spühlen, Spühlen
resp. regelmäsige Spühlung des Systems mit dem Wasser aus dem von Aussen
vorher gefüllten
Blackwatertank.