05.10.2011 Anchorage Nr. 7 18:41.98S
174:01.77W Hide and seek oder die Nadel im Strohhaufen
Von Anchorage Nr. 11 fahren wir zu Nr. 16, eine
wunderschöne Bucht, Phönix ist schon da, sie kommen später und bringen uns
gepflückte riesige Zitronen vorbei. Wir gehen an Land und klettern über einen
schmalen Trampelpfad durch Urwald auf die andere Seite der Insel: Sandstrand
aber flaches Wasser mit Korallen, nicht ganz so günstig zum Schnorcheln. Das
machen wir im Pass bei Flut. Ich bin wir immer etwas vorsichtig und traue mich
nur bis zu den sich brechenden Wellen, denn die Strömung erscheint mir etwas
stark. Sehe aber auch Fische verschiedenster Art und dicke kräftig blaue
Seesterne. Peter schwimmt in den Pass hinein. Die Korallen sind rosa, blau oder
gelb und manch andere Farben in allen verschiedenen Formen. Richtig sich
bewegende Polypen haben wir eigentlich noch nicht gesehen.
Nach dem Mittagessen Aufbruch zu der privaten
Insel Mounu. Dies ist nun wirklich ein Paradies. Wir umrunden zu Fuss die Insel,
sie hat je separat vier nette Holzhäuschen, die man mieten kann. Mit eigenem
kleinen Strand. Die Wege sind mit Sand bestreut und mit jungen Kokospalmen als
Begrenzung bepflanzt. Viele Blumen, alles sehr gepflegt und liebevoll
hergerichtet. Das Hauptgebäude ist ein Restaurant, geführt von dem Gründer der
hiesigen whale watching company
Alan und seiner Frau. Wir legen uns an eine der beiden Bojen, eine
deutsche Ketsch „Akka“ aus Hamburg, sie sind aber eigentlich aus Hannover, liegt
an der anderen. Zum sundowner fahren wir an den blendend weissen Strand, sitzen
auf der Terrasse bis es Zeit wird zum Dinner. Hinter Teapiti und einer anderen
Insel versinkt die Sonne im wolkenlosen Himmel. Keine Mücken und nur
schön.
Nächsten Morgen 8.30 Uhr werden wir von Bord
aufgepickt zum whale watching. Ein sehr seltsames Aluboot, das uns bei der etwas
kabbeligen See recht durchschüttelt, wird von Alan und seiner einheimischen
Hilfe Martha, die auch schon abends serviert hat, gefahren. Er erklärt uns ein
bisschen etwas über die Wale, sie kommen hierher zum Kalben und gehen danach
zurück in die Antarktis. Ein ausgewachsener Wal kann bis zu 40 Tonnen wiegen,
die Jungen trinken 120ltr. Milch am Tag, die sehr fett ist. Sie singen. Wir
können nicht alle Töne hören, aber es trägt 5000km. Muss man sich mal
vorstellen: mehr als quer über den
Atlantik oder den Pazifik. Je nach Gebiet haben sie verschiedene
„Dialekte“. Die „russischen“ beim Nordpol haben wieder ganz andere Töne. Die
Seitenflossen sind bis zu 5 m lang und „die boys are here because of the
girls“.
Wir gehen erstmal ein ganzes Stückchen
hinaus Richtung offenes Meer und dann beginnt seek and hide. Wo sind die Wale?
Aufgrund ihres blows sind sie zu erkennen, sie müssen wohl alle 20 Min. blasen.
Wir sehen welche und folgen ihnen, wobei sie dann doch auf Tiefe gehen. Das muss
nicht immer so sein, bekommen wir erklärt. Zweimal sind wir in unseren
Tauchoutfits und ready to go, aber die Wale tauchen ab. So geht das den ganzen
Vormittag, wir grasen ein riesiges Gebiet ab. Nur einmal haben wir einen relativ
nah am Boot. Auf dem Heimweg, als wir schon fast wieder in der Inselwelt sind,
sehen wir nochmals welche und hüpfen ins Wasser. Wir sehen sie nicht, aber wir
hören sie!!!3 verschiedene Töne sind zu unterscheiden, einer scheint ein Junges
zu sein, einer ist tief dunkel. Wahnsinnig. Die Sonnenstrahlen durchdringen das
Wasser bis ça 10 m und aus der Tiefe herauf hören wir laut und deutlich die
Gesänge verschiedener Wale. Unbeschreiblich.
Gegen 15 Uhr werden wir wieder auf TeApiti
abgesetzt und verholen nach Nr.7, eine wunderschöne Palmenbucht mit Sandstrand.
Wir gehen an die letzte freie Boje, allerdings liegt fast ein Dutzend Schiffe
hier. Trotzdem ist es traumhaft. Das Wasser ist wieder so klar, wir können
deutlich den Boden sehen und viele Fischchen.
Ziemlich müde und etwas sonnenverbrannt vom
whalewatching liegen wir sehr früh in den Kojen.
Nach dem Frühstück –Mittwoch- fahren wir mit dem
Dingi in eine nahegelegene Höhle. Wir sollen feste Schuhe und eine Taschenlampe
mitnehmen, hat Amy von „gruffalo“ empfohlen. Wir machen Nina in der Höhle fest,
ein bizarres Gebilde mit ganz vielen Schwalben an der Decke. Ich bin ja nicht
ganz so mutig- war ja ausser in der Segeberger Kalksteinhöhle und zwei drei
anderen mit tausend anderen Leuten noch nie nur zu zweit in so einer Höhle. Wir
gehen ins Wasser und schwimmen ganz langsam Richtung Eingang: vor uns ein
riesiger Schwarm nicht sehr grosser Fische, wie Sardinien. Zuerst ist es ein
Haufen, dann teilt er sich ganz sachte vor uns und wird ein Kreis. Sieht toll
aus. Im Eingang der Höhle hat es gestreifte und blaue Fische und etwas weiter
fällt der Grund unten weg und verschwindet im Nichts...so tief. Zurück am Dingi
versenke ich zunächst mal meine Taucherbrille und das kommt so. Ich nehme sie
vom Kopf und werfe sie ins Dingi ohne zu bemerken, dass ich wohl zu weit
geworfen habe. Sie muss im Wasser gelandet sein, weg ist sie. Und ich habe immer
gedacht die Dinger können schwimmen.
Wir schwimmen dann zu einer Spalte, wo wir weiter
in die Höhle hinein klettern können. Es sieht aus als wenn dort ein tiefer
Brunnen sei. Leuchtet man hinein, sieht man, es ist flach und mit Wasser
gefüllt. Wir klettern weiter hinein bis wir in einer grossen Halle mit Lichtloch
gelangen. Diverse Bootscrews haben sich verewigt, der Boden ist voller Sand und
angespülter Kokosnüsse. Der Fischschwarm ist wirklich beeindruckend
gewesen.
Ich finde diese Gegend nach den Tuamotus
am allerschönsten. Und könnte wirklich länger bleiben. J

Zitronen und die Lodge auf Mounu
Island

Gisela und TeApiti beim "Sundowner"

Der
abtauchende Wahl und der Eingang zur Höhle